The 5 stages of grief: Was man im ersten Jahr „Content Strategy“ lernt.

COS18 | Thema: Reflektion
Lesezeit | ca. 4 Minuten

Half Time! Endlich. Das Leiden (ich meinte: Warten!) hat ein Ende. Oder zumindest fast. Denn die Hälfte meines Content Strategy Studiums ist geschafft. Es ist immer sinnvoll zu reflektieren und Revue passieren zu lassen was man gelernt hat, was gut war und was vielleicht hätte besser laufen können. Und das war vieles!

Was bisher geschah: Semester 1 – Eine Zeit voller Höhen und Tiefen, Einführung in die Thematik („Ahhh Content Strategie ist viel mehr als nur Content Marketing“), viele neue Kurse, neue Gesichter (wunderbare StudienkollegInnen), kompetente Vortragende (die teilweise eigene Bücher geschrieben haben – das müssen intelligente Menschen sein!), arbeiten, dann wieder pendeln (die Zugfahrt von Wien-Graz ist wirklich schön und idyllisch, vor allem weil man ohne Verbindung gezwungen ist die Landschaft zu genießen), Seminararbeit I schreiben; Semester 2 – neue Höhen & Tiefen, furchtbar langweilige Kurse (der dessen Namen nicht genannt werden darf wird nicht genannt), auch super spannende Kurse, sehr viel gelernt (jetzt weiß ich noch mehr was alles zu Content Strategie gehört), eine lehrreiche Woche in London verbracht, wieder inspiriert, aber auch müde. Sehr müde. Sommerferien! Oder so – denn da wäre ja noch die zweite Seminararbeit… Aber immerhin einen Schritt weiter. Näher am Ziel! Ich werde Content Strategin! Zumindest bald. 👩🏻‍🎓

Zur eigenen Verarbeitung möchte ich das 1. Jahr nun etwas visueller und mit einem Hauch an Komik darstellen. Vielleicht fühlt ihr dann ja besser mit, was man als berufsbegleitende Studentin so durchmacht. Anhand der 5 Stages of grief – die wie ich meine doch passend für diese Darstellung und Erklärung sind. 😁

Stage 1: Denial – Der Klassiker für den sanften Einstieg. Angekommen im ersten Semester läuft vieles nicht so wie gedacht. Ich verstehe echt nicht wovon die Vortragenden sprechen, was wir hier tun. Die ständigen Nachrichten über Slack überfordern mich. So viele Menschen, so viele Tasks. Taxonomy, objectives, holistic – hä? Ich fühle mich überfordert. Aber das ist ja nur der Anfang. Es wird besser, oder?

Stage 2: Tal der Tränen – Angekommen wo das Wasser fließt. Was ich zu Beginn als minimale Startschwierigkeiten bezeichnen wollte, wird nun doch zur Gegenwart. Arbeiten und Studieren ist wirklich hart! Ich habe Konzentrationsschwierigkeiten und finde alles einfach nur anstrengend und frustrierend. Zwischendurch gibt es jedoch Lichtblicke: Jede Präsenzwoche hat inspirierende und wirklich lehrreiche Momente. Spätestens am letzten Tag jeder Woche, unseren Barcamps, passiert sehr viel Austausch, Netzwerken und Kennenlernen neuer Themen durch KollegInnen und ExpertInnen der Branche. Und jedes Mal denke ich mir: Genau dafür bin ich hier. Denn ob Online-Marketing, SEO oder User Experience – es gibt so vieles das ich noch nicht weiß, von dem mein Umfeld aber erzählen kann. Und genau dafür bin ich hier.

Stage 3: Negotiation – Einen Versuch ist es immer wert. In mir beginnt sich Ende des ersten Semesters langsam das rebellische Gen zu melden. Denn hier läuft einiges schief. Nämlich an Kommunikation und Organisation. Ich analysiere und sehe so viel Potenzial. Ich bin lösungsorientiert und idealistisch. Auch sehr direkt. Und deshalb versuchen wir dafür zu kämpfen Feedback zu bekommen, Gelerntes praxisnah zu halten und Organisation zu fordern. Unsere Studiengangsleiter sind sehr offen und gehen nach Möglichkeit auch auf unsere Wünsche ein. Genau so etwas wünscht man sich! Open learning lässt grüßen. Was ich hier lerne: Es lohnt sich immer für Wünsche und Ideale zu kämpfen. Denn Gedankenlesen kann niemand und geschenkt bekommt man bekannter Weise auch nichts. Einen Beitrag zu Veränderung kann in erster Linie immer ich selbst leisten. Und auch wenn wir als Studiengang COS18 vielleicht nicht sofort die Gegenwart ändern, tun wir hoffentlich unserer „Nachwelt“ einen Gefallen. Und alleine das gibt mir unheimlich viel Genugtuung. (#cos19 dankt uns später) ☺️

Stage 4: Trauer. Der Workload wird immer höher. Inhaltlich verstehe ich immer noch so vieles nicht. Dabei bin ich doch schon im 2. Semester. Information Architecture, User Experience, Monitoring… alles sehr spannend. Aber bin ich hier wirklich richtig? Brauche ich Content Strategie überhaupt? Bitte nicht noch ein Task! Ich diskutiere mit mir selbst. Und mit anderen. Ich verhandle. Und habe einen kleinen Durchhänger. Ich will doch eigentlich Strategien erarbeiten und nicht mit Studio R Marktforschung betreiben oder fiktive Sitemaps erstellen. Ich bin kurz davor aufzugeben und lasse meine KollegInnen in den Gruppenarbeiten den Vortritt. Aber egal, das Semester ist doch sowieso fast vorbei…

Stage 5: Akzeptanz – Passt schon. Mitten im zweiten Semester kommt der Aha-Effekt. Oh wow, so geht User Journey, dafür brauche ich Personas und Brand Voice ist überhaupt das spannendste Buzzword des Jahres (für mich). Viele Leute um mich herum sind unheimlich kompetent und geben mir so viele Einblicke in die Medienbranche. Alleine wäre mir diese Bandbreite niemals untergekommen. Ich erkenne wie viele Felder ich noch gar nicht kenne, wie faszinierend Experience Mapping und User Experience ist, womit Designer heutzutage zu kämpfen haben, wie sehr ich Diskussionen und Erkenntnisse liebe und warum ich unbedingt Content Strategin werden will. Um meine Stärken einsetzen zu können, Lösungen zu finden, etwas besser zu machen. Zu helfen.

Fazit: Nun ja, das war mein erstes Jahr in GIFs, Gefühlen und Gedanken. Vieles gut, vieles schwierig und herausfordernd. Aber auf jeden Fall sehr lehrreich. Und am Ende bin ich sehr froh dieses Abenteuer doch noch gewagt zu haben und mich auf diese Reise in mein kleines Content Chaos begeben zu haben.

Was man im Content Strategie Studium (kennen)lernt: Durchhaltevermögen, Diskutieren, Fordern, Verhandeln, Kämpfen, Durchhalten, Reflektieren, die Bedeutung hinter Wörtern wie taxonomy, objectives und business goals, Zeitmanagement !!!, Relevantes von Irrelevantem zu unterscheiden, AirBnB richtig zu benutzen, Zugfahrten zu genießen & die Kraft von Koffein (Ich empfehle „Der Dracola“ von Murelli).

… To be continued!

Ps.: An alle StudienkollegInnen: Danke, für’s Lesen – ihr seid das Beste an diesem Studium! Und an den Rest, der sich hierher verirrt hat: Ich hoffe du wurdest gut unterhalten und bist nicht davon abgeschreckt dem Thema Content Strategie eine Chance zu geben. Denn hin oder her – wir brauchen es alle. Es ist spannend, faszinierend, lehrreich, vielseitig und unbedingt notwendig. Zumindest für alle, die länger in der Medienbranche tätig sein wollen und Fans von nachhaltigen Strategien, sinnvollem Arbeiten und langfristigen Lösungen sind!

3 Kommentare zu „The 5 stages of grief: Was man im ersten Jahr „Content Strategy“ lernt.

  1. Cool Marina, finde es ermutigend und mutig von dir, dass du auch deine schwierigen Momente weitergibst!
    Lass dich auch etwas über den Inhalt aus, so wie du ihn wahrnimmst ;)!
    Liebe Grüße
    Christian

    Gefällt 1 Person

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